Der Hoppelberg bei Langenstein

 

 

Der Hoppelberg (bei dem Dorf Langenstein) ist mit seinen 308 m ein kleiner, aber markanter Berg im nördlichen Harzvorland. Hier teilt sich ein Höhenzüge und umschließt dann eine windgeschützte Ackerbaufläche, die sich bis nach Quedlinburg erstreckt.

Ein Sandsteinrücken steckt auch in diesem sandigen Hügel, der sich von der "Alteburg" längst durch den Höhenzug erstreckt. Auf der "Alteburg" ließ sich einst der Bischhof von Halberstadt seinen Sommersitz erbauen. Das hatte sicher einen Sinn. Denn dieser Platz war einst einer der drei heiligen Berge, die noch heute ein Dreieck bilden, von dem man aus ganz exzellent die Sonne beobach-teten kann. Das sind die Berge Regenstein, Königstein und Hoppelberg. Auch hier am Hoppelberg sind davon noch einige Relikte zu erkennen. Dazu gehören die Fluren des kleinen und großen Sonnentales, der Sonnentorfelsen, dahinter das Gebiet Walhalla, die Opfersteine, der Gipfelfelsen  und noch einige andere Felsen, die Tieren ähneln oder als Tisch zu nutzen sind. Dieser Berg war auf jeden Fall als Landmarke in diesem System ein ganz wichtiger Bestandteil. Die Gattin des Saatzüchters "von Rimpau" setzte sich einst dafür ein, dass an dem Berg keine Steine mehr geschlagen wurden, dadurch blieb dieser in seiner alten Form bis heute erhalten.

Der Name Hoppelberg wurde um 1700 Huppelberg genannt, welchen Namen er in der heidnischen Zeit trug, ist ungeklärt. Möglicherweise kann er Opferberg gelautet haben, denn dann bekommt das Ganze auch einen Sinn. Die alten Flurnamen, die über hunderte von Generationen vom Sinn oder Klang her etwa erhalten blieben, sprechen für sich. Je kleinteiliger man die Fläche betrachtet, um so mehr der alten Namen kann man mit etwas Mühe finden. Es wird dann immer interessanter. Es erscheint einem dann manchmal so unwirklich, dass man seine Funde anzweifelt.                                                                                  Ich habe diesem Text mehrere Karten mit angefügt, die ich mit Einträgen zu Einzelheiten versehen habe. Wenn ich die Karten mit den drei Bergen und die Linien nehme, so erkennt man schnell die wichtigsten Details. Auch wenn die Linien an das Buch “Der Himmel auf Erden“ von Walter Diesing erinnern, so gibt es doch einen anderen Hintergrund. Initiator dieser ganzen Betrachtungen war allerdings tatsächlich der Autor, mit dem ich noch am Telefon zu diesem Thema sprechen konnte. Er bezog sich dabei auf den Sternenhimmel und die Stern-zeichen. Soweit möchte ich mich nicht herauslehnen, der Bezug zu den festen Punkten der Sonnenlaufbahn ist für mich aber eindeutig und von jedem auch nachvollziehbar. Ich versuche mich dabei in die die alten Denkmuster zu versetzen.

Auch wenn es so scheint, als ob die Linien an einigen Objekten vorbeilaufen. In der Praxis erlebt man die exakten Treffer. Das ist in der Tatsach begründet, dass die Sonnenbahn gekrümmt ist, die Berge unterschiedlich hoch sind und einige der Landmarken partiell geändert wurden (Felsenabbau! u. A.)

Linie A ist die Ost-Westlinie, sie zeigt den Sonnenaufgang / Sonnenuntergang zur Tag-und Nachgleiche an und verläuft vom Königstein über den Regenstein bis zum Brocken.

Linie B ist die Linie des Sonnenuntergangs zur Sommersonnenwende bzw. des Sonnenaufgangs zur Wintersonnenwende. Sie verläuft vom Eselstall aus über den Königstein dicht südlich am Hoppelberg entlang durch das große Sonnental.

Linie C ist die Linie des Sonnenaufganges zur Sommersonnenwende, gesehen aus der speziellen Kammer des Regensteines in Richtung des kleinen Sonnentales bis zum Sonnentor oben auf dem Bergkamm.

 

Auch Linie D ist die Linie des Sonnenaufganges zur Sommersonnenwende, aber gesehen vom Eichberg aus über den kleinen Thingplatz und über den Gipfel-felsen des Hoppelberges. Ich vermute, diese Peilrichtung ist die ältere von beiden. Die Herstellung der Felsenkammer und das Spalten des Felsblockes für das „Sonnentor“ waren sicher sehr aufwendig und bedurften sehr langer Vorbe-reitung und Peilungen. Sie sollten sicher das Ergebnis genauer machen                          Um diese drei Berge herum, an der Teufelsmauer entlang und um die wichtigsten Städte der Region sind viele Flurnamen mit mythologischen Bezü-gen zu finden. Das beginnt östlich  Quedlinburgs und geht an Thale, Blanken-burg, Halberstadt, Wernigerode, Bad Harzburg, Goslar, Wolfshagen entlang. Bei Goslar / Wolfshagen zum Beispiel findet man im Wald regelrecht in einem Gitterraster alte Bergnamen aus der germanischen Mythologie. Das wurde vom Heimatforscher Immenroth vor einigen Jahren entdeckt. Bei Langenstein sind es zusätzlich der „Gläserne Mönch“, der Thorstein, die Fuchsklippe, der Theken-berg und weiter westlich das Osterholz mit seinem Tyrstein, dem Steinkreisrest, der Ulenburg und mehreren anderen Hügeln mit interessanten Namen. Die verschieden gestalteten Opferplätze am Hoppelberg wurden sicher zu ganz unterschiedlichen Zeiten angelegt oder sie waren auch verschiedenen Göttern zugeordnet. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die vielen Näpfchen an der Felsennase, die genau in die Richtung Brocken dort angelegt wurden, speziell der Verehrung der Sonne dienten, wogegen der große Opfertisch für andere Riten gedacht war. Weiter bergab im kleinen Sonnental befindet sich ein weiterer Opfertisch. Er wurde um 1900 vom damaligen Jagdpächter stabil aufgestellt und dann von ihm und dem Eigentümer wohl sehr oft zum Frühstück genutzt. 

 

Hier ist der Link zur Karte