Der Sonnenfelsen am Hoppelberg

Auf der südlichen Seite des Hoppelberges ragt eine Felsennase genau in Richtung Brocken. Sie ist nicht nur deshalb auffällig. Dort existieren mehrere Felsen im Verbund auf kleinem Raum, deren damalige Bedeutung sich noch nicht eindeutig ergeben hat. Von dort aus gesehen dürfte die Sonne zum Tag der Sommersonnenwende aber genau über dem "Gläsernen Mönch" aufgehen und über dem "Fallstein" bei Osterwieck wieder untergehen.

 

 

Diese Felsen-Nase hatte früher sicher eine wichtige Bedeutung. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass zum Beispiel die vielen Näpfchen an der Felsennase, die genau in die Richtung Brocken dort angelegt wurden, speziell der Verehrung der Sonne dienten, wogegen der große Opfertisch für andere Riten gedacht war. Der Name Hoppelberg wird in der heidnischen Zeit wohl "Hopter-" oder "Hoptyrberg" gelautet haben, das waren die altgermanischen Namen für Odin bzw Wotan. So bekommt das Ganze auch einen Sinn, es war der "Wotansberg" oder "Götterberg". Die alten Flurnamen, die über hunderte von Generationen vom Sinn oder Klang her etwa erhalten blieben, sprechen für sich. Wenn man die Fläche kleinteilig betrachtet, so findet man immer mehr der alten Namen.  Es erscheint einem dann manchmal so unwirklich, dass man seine Funde anzweifelt. Leider haben die modernen Karten nur noch wenige dieser alten Informationen enthalten.   

    Die gesamte Felsenanlage wurde erst vor Kurzem von Astronomen vermessen, ich warte auf

   die Auswertung der Experten.

An diesem Felsplateau existieren 4 verschiedene Bereiche.

 

1. Der Eingangsbereich am Weg:

   Hier auf der breiten Seite der Bergzunge links ruht ein Felsen, dessen oberer Teil abgekeilt 

   wurde. Statt dessen findet man hier obenauf 3 stufenförmige Opferschalen in Richtung

   Brocken. Die westliche Spitze des Felsens ist dreieckig geformt und weist ebenfalls dorthin.

 

 

 

2. Der "Opfertisch". Er ist so aufgestellt, dass die Sonne zur Sommersonnenwende beim         Sonnenaufgang genau durch eine etwa 15 cm tiefe, u - förmige Mulde scheint. Neben der

   Mulde sieht man per Strichzeichnung einen Mann mit Speer und eine Frau symbolisch, mit

   einer etwas wuchtigen Scheide, 2 Brüsten und dem Kopf. Auf der anderen Seite der Mulde

   befindet sich eine relativ breite, geneigte Fläche, die zum Liegen geeignet ist. Der Platz für den

   Kopf ist mit einer flachen Mulde markiert. Hier würden zur Zeit der Sommersonnenwende

   der hier liegenden Person die Sonnenstrahlen genau zwischen die Beine scheinen. 

   Man hatte hier somit einen kultischen Platz, um mit dem Segen der Götter und der Kraft der

   Sonne eine Hochzeit unter der Aufsicht der Götter zu begehen. Rechnen wir 9 Monate dazu,

   so ergibt sich automatisch das Geburtsdatum um den Frühlingsbeginn, den 20. März. Zum

   guten Gelingen konnte man vorher Opfergaben in den Schälchen ablegen.

 

 

3. Die Felsnäpfchen: Im Westen der Felsnase sind große Felsnäpfchen so angeordnet, dass

    sie in der Reihe genau in Richtung Brocken weisen. Da heute die hohen Baumwipfel den

    Brocken verdecken, habe ich hier als Zielpunkt wieder die rote Scheibe aufgestellt.

                          

 

 4. Die gespaltene Felswand: Auf der südlichen Bergrückenseite steht eine Felswand. Sie 

   ist etwa 7 m lang und 2,5 m hoch, von der Bergseite aus gemessen. Außen am Hang ist sie 

   etwa 10 m hoch.  Oben ist der Fels horizontal gespalten und danach quer getrennt. Er

    besteht aus 2 Teilen, dazwischen ist ein 10 cm Spalt zwischen den Blöcken. In jedem der

   beiden oberen Felsblöcke sind große Becken geschlagen, so dass sie Opfergaben aufnehmen

   können. Die beiden Schalen sind sogar gleichmäßig weit vom Spalt entfernt. Auch auf den

   äußeren Seiten der beiden Blöcke sind große Opferschalen zu finden.

   Sieht man durch den Felsenspalt, so schaut man genau auf den Regensteinfelsen und

   genau darüber sieht man den Eichberg bei Blankenburg mit der "Wilhelm Raabe-Warte".

   Ganz rechts reicht der Blick durch den Spalt bis zum Bielstein oben im Klostergrund. 

   Nach meiner Überlegung peilte man zur Wintersonnenwende von hier aus den 

   Sonnenuntergang -  den Beginn des neue Jahres an und brachte dazu Opfergaben dar.

   Damals dürften die Felsenberge noch absolut ohne den Wald gewesen sein. Damit erkannten

   die Vögel, die Boten des Himmels, diese Gaben schnell und verspeisten sie.