Der gläserne Mönch bei Langenstein

 

Dieser doch etwas geheimnisvolle Name steht für eine massive Felsengruppe nördlich von Langenstein, auf der westlichen Seite der Thekenberge. Da sie einst ein beliebtes Ausflugsziel war, existierte am Fuße des Berges ein sehr gut besuchter Landgasthof, das Landhaus. Es ist inzwischen ein verwunschener Ort, eine Ruine. Eine lange Treppe mit 167 Stufen führt wieder hinauf zum massiven Felsen mit seiner eigenwilligen Form und der Aussichtsfläche auf dem Fels. Auch die Treppen bis hinauf auf den Felsen wurden im letzten Jahr erneuert. Danke dafür! In der Literatur findet man kaum seriöse Hinweise auf diesen Felsen, wie auch auf viele andere hier in den Bergen. Nach meinen Eindruck gehörten sie  als Monumente der Erde zu den alten Götterbildern unserer Vorfahren, bevor die Christen hier ihren neuen Glauben einbrachten und alles andere mit Macht unterdrückten. In der Chronik von Langenstein, die 2006 von Frau und Herrn Schwalbe verfasst wurde habe ich die einzigen, ernst zu nehmenden Hinweise gefunden.

Der "Gläserne Mönch" war früher der "Glarenen Mönch", also ein steinerner Mönch. Diesen Namen trug er allerdings erst im Mittelalter, als der Begriff Mönch geläufig war. Da stand in Langenstein auch schon die Burg des Halberstädter Bischofs. Noch viele Generationen blieb aber der alte Namen "Donarfelsen" im Volksmund gebräuchlich. Noch heute trägt eine Feldflur dicht davor den Namen "Dornenfeld" (Donarfeld). Der nächste Felsen nördlich davon ist der "Torstein" (ehemals der "Tyrstein"). In der Anfangszeit der Christianisierung hat man mit aller Macht alle Namen und Relikte, die an die alte Götterwelt erinnerten, umbenannt, totgeschwiegen oder zerstört, je nach Möglichkeit vor Ort.

 

 

Bei Ausgrabungen in diesem Gelände wurden seit 1900 sehr viele Bodenfunde gemacht, die sich aber zum größten Teil im Landesarchiv in in Halle befinden. Auch die Bedeutung der vielen benachbarten Felsengruppen liegt noch im Dämmerlicht und wird erst mühsam entdeckt. Wie zum Beispiel die vielen kleineren Berge im Osterholz oder in den Thekenbergen oder Zwiebergen oder Klusbergen. Die besondere schräge Lage des Harzes zu den Breitengraden und seiner begleitenden Höhenzüge im nördlichen Harzvorland bewirkte diese Häufung von Kultplätzen, da dadurch eine vielfältige und einfache Möglichkeit der Sonnenbeobachtung möglich war. Wenn man sich zur Sommersonnenwende an diesem Felsen befindet, so kann man von der ersten großen Plattform, die bis zu der großen Kerbe führt, die Sonne ganz geballt zwischen beiden Felsensäulen untergehen sehen. Sie verschwindet dann über dem Wald des "Fallsteines". Es ist ein sehr beeindruckendes Schauspiel an Abend.